Aspekte zur interkulturellen Kompetenz im Projektmanagement

Eine Welt

Einführung

In Konzernen ist es schon seit Jahren die Normalität, in mittelständigen Unternehmen inzwischen auch und ebenso ist in kleineren Unternehmen die Zusammenarbeit von Personen aus verschiedenen Ländern und Kulturkreisen immer mehr eine Selbstverständlichkeit. Wenn Projekte mit externen Beratern auch noch dazukommen, dann treffen automatisch unterschiedliche Kulturen zusammen. Denn nicht nur die Kulturen, in den verschiedenen Ländern, unterscheiden sich, sondern auch die Kulturen in den verschiedenen Unternehmen.

Doch was ist überhaupt ein Unternehmen? Ist es die Summe seiner Mitarbeiter? Gibt es das Unternehmen nicht mehr, wenn abends alle Mitarbeiter nach Hause gehen?

Was ein Unternehmen, nach der formalen Definition ist, dafür gibt es schon viele Veröffentlichungen. Hier verweise ich auf Wikipedia und das Gabler Wirtschaftslexikon als gute Beispiele.

Wenn der Schwerpunkt auf die Unternehmenskultur gelegt wird, dann definiere ich ein Unternehmen als die Summe der Kommunikation und der gelebten Regeln.

Unternehmen und Staaten

Auch ein Blick auf die Staaten dieser Erde kann hilfreich sein. Ebenso wie die Staaten teilweise sehr unterschiedliche Kulturen haben, so ist dies auch bei Unternehmen der Fall. Da man aber nicht so oft „Urlaub“ in einem fremden Unternehmen macht und auch die journalistische Berichterstattung, wenn es um die Unternehmenskultur geht, fast nicht vorhanden ist, sind die teilweise großen kulturellen Unterschiede zwischen Unternehmen vielen nicht bekannt. Das eigene Wissen beschränkt sich zumeist auf die Unternehmen, in denen man selbst gearbeitet hat.

Wechselt eine Person die Firma, gibt es des öfteren in den ersten Monaten einige Eingewöhnungsprobleme. Diese haben ihren Grund oft in den unterschiedlichen Unternehmenskulturen. Beispielsweise wechselt ein Geschäftsführer von einer sehr hierarchischen Firma in eine Firma mit flachen Hierarchien in der alle sich mit „Du“ ansprechen. Das muss dieser Geschäftsführer erst einmal verarbeiten.

So etwas ist vergleichbar mit dem Auswandern einer Person von einem Staat in einen anderen. Wenn diese Staaten auch noch sehr unterschiedliche Kulturen haben, dann benötigt dies Zeit und ggf. auch Hilfe.

Der Firmenwechsel einer Person, genauso wie das Zusammenarbeiten von verschiedenen Firmen in einem Projekt benötigen auch mehr oder weniger Zeit und ggf. Hilfe, sowie eine interkulturelle Kompetenz von ALLEN beteiligten Personen.

Interkulturelle Kompetenz

Die allgemeine Definition kann bei Wikipedia nachgelesen werden.

Damit Personen aus unterschiedlichen Kulturen effektiv zusammenarbeiten können, benötigt es erst einmal Toleranz und Rücksichtnahme. Jeder muss das Verständnis mitbringen, dass es andere Wertvorstellungen, andere Prioritäten, andere Regeln, andere Sichten, etc. gibt.

Unabhängig von der Toleranz und der Rücksichtnahme müssen immer grundlegende Bedürfnisse sichergestellt sein.

Grundwerte

Betrachten wir noch einmal das Beispiel, dass eine Person auswandert. Hier gehen wir davon aus, dass die auswandernde Person und auch die neuen Nachbarn tolerant und rücksichtsvoll sind. Diese Toleranz und Rücksicht muss da Grenzen haben, wo Grundwerte beschnitten werden. Hier sehe ich die

  • Freiheit: Auch kritische, konstruktive Meinungen äußern zu können.
  • Gleichheit: Keine Unterschiede zu machen aufgrund von Geschlecht, Herkunft, Weltanschauung, Religion, Behinderung, etc.
  • Gerechtigkeit: Gleiche Regeln, keine „Besserbehandlung“, etc.
  • Sicherheit:
    • bei Staaten: Sicherheit für Leib und Leben
    • bei Unternehmen: Sicherheit des Arbeitsplatzes und der persönlichen Weiterentwicklung
Freiheit - Gleichheit - Gerechtigkeit - Sicherheit
Freiheit – Gleichheit – Gerechtigkeit – Sicherheit

Werden diese Grundwerte in Unternehmen oder auch Staaten (längerfristig) beschnitten, so werden die flexibelsten und qualifiziertesten Personen ab- bzw. auswandern. Hierüber sollte sich jede Führungskraft und vor allem jeder Unternehmer und, bei Staaten, alle Regierenden bewusst sein.

Beispiel Grundgesetz

Als ein gutes Beispiel für festgeschriebene Grundwerte sehe ich das „Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland“ (Links: Deutscher Bundestag, juris GmbH, Wikipedia)

Artikel 1
(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Artikel 3
(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.
(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Artikel 5
(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

Pflichten

Jeder Einwanderer muss sich an die Gesetze des Landes, in das er einwandert, halten. Hierbei liegt es in seiner Pflicht diese zu lernen, zu verstehen und einzuhalten. Genauso verhält es sich bei dem Firmenwechsel einer Person. Sie muss sich informieren, welche Regel und Vorgaben es gibt. Genauso aber muss das Unternehmen diese Regeln intern veröffentlichen und allen Mitarbeitern zugänglich machen.

In Projekten, in denen externe Firmen eingebunden sind, sollte geprüft werden, ob eigene Maßnahmen für die interkulturelle Zusammenarbeit getroffen werden. Beispielsweise kann dies sinnvoll sein, wenn die Projektleitung in den USA angesiedelt ist, die Fachabteilungen in Brasilien und Japan und die Entwicklung in Indien. Hier treffen viele unterschiedliche Kulturen aufeinander und das Miteinander muss sich erst einspielen. Vor allem, da hier auch noch sprachliche Hürden hinzukommen können.

Schlussendlich sehe ich denjenigen, der als Gast kommt in der hauptsächlichen Pflicht sich anzupassen und zu integrieren.


Weiter Aspekte zur interkulturellen Kompetenz im Allgemeinen und im Projektgeschäft:

 

 
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