Agiles Risikomanagement

Agiles Risikomanagement

Risikomanagement

Das Risikomanagement kann nur dann erfolgreich sein, wenn es zu einer Risikokultur wird. Hierzu müssen alle Projektstakeholder aktiv mitarbeiten.

  • Risikokultur von oben: Der Scrum Master bzw. die Projektleitung lebt eine vertrauensvolle und offene Risikokultur vor.
  • Risikokultur von unten: Die Projektmitarbeiter arbeiten aktiv am Risikomanagement mit.
  • Risikokultur von ganz oben: Die Geschäftsleitung und der Projektsteuerkreis sind an einem erfolgreichen Risikomanagement interessiert.

Das Risikomanagement wird durch einen kontinuierlichen Risikomanagementprozess gelebt. Dieser Prozess beginnt schon vor dem Projekt und reicht bis zum Projektende. Dabei wird er in einem fortlaufenden Kreislauf von der Risikoidentifikation, über die Risikoanalyse und die Maßnahmenplanung bis zur Risikoüberwachung und -steuerung durchlaufen (siehe Abbildung und Blog „Risikomanagement, ein Einblick„).

Risikomanagementprozess
Risikomanagementprozess
Risikomanagement-Kreislauf
Risikomanagement-Kreislauf

Risikomanagement in agilen Projekte

Scrum Prozess
Scrum Prozess

In den agilen Methoden steckt implizit schon viel Risikomanagement. Beispielsweise gibt es in Scrum die Ereignisse „Sprint Planning“, „Daily Scrum“, „Sprint Review“ und „Sprint Retrospective“ in denen, auch wenn dies nirgendwo namentlich erwähnt wird, Risikomanagement betrieben wird.

  • Sprint Planning
    Im Sprint Planning plant das gesamte Team die Arbeitspakete (Storys), welche im nächsten Sprint (i.d.R. mit einer Dauer von zwei Wochen bis ein Monat) abgearbeitet werden. Als Grundlage hierfür muss jedem Beteiligten klar und verständlich sein, was jedes Arbeitspaket beinhaltet und was getan werden muss, damit dieses Arbeitspaket „Done“ (erfolgreich abgearbeitet) ist. Alleine hierdurch werden viele Risiken zwischen Auftraggeber (Fachabteilung/Kunde) und Scrum Team vermieden, da der Product Owner, als DER fachliche Ansprechpartner, ein Teil des Scrum Teams ist.
    Ebenso sind alle Storys vom Entwicklerteam geschätzt. Dies erhöht das Verantwortungsbewusstsein und die Qualität und reduziert entsprechend Risiken in diesen Bereichen.
  • Daily Scrum
    Im Daily Scrum wird darüber gesprochen, was die letzten 24 Stunden erledigt wurde, was für die nächsten 24 Stunden geplant ist und was einen an der Arbeit behindert. Hierdurch können täglich Risiken bezüglich des Projektfortschritts erkannt werden. Ein frühes Gegensteuern ist dadurch möglich.
  • Sprint Review
    Im Sprint Review wird u.a. die in einem Sprint geleistete Arbeit vom Entwicklerteam vorgestellt. Der Product Owner und Vertreter aus den Fachabteilungen, welche am Sprint Review teilnehmen, können direkt eine Rückmeldung zur Nutzbarkeit geben. Risiken zwischen den geforderten Ergebnissen der Fachabteilung und den umgesetzten Funktionalitäten des Entwicklerteams können so reduziert werden.
  • Sprint Retrospective
    Die Sprint Retrospective ist dazu da, kritisch zu hinterfragen, was gut lief, was nicht gut lief und (vor allem) was zukünftig besser gemacht werden kann. Dadurch können im letzten Sprint aufgetretene Risiken analysiert und Maßnahmen beschlossen werden.

Auch durch die folgenden Bausteine wird implizit Risikomanagement betrieben:

  • User Stories
    Durch die stetige Verfeinerung werden die Anforderungen in kleinere beherrschbarere Teile geteilt, welche auch noch möglichst wenig Abhängigkeiten haben sollen. Ebenso ist in jeder User Story ihr Nutzen beschrieben.
  • Potentially shipable increment
    Nach jedem Sprint Zyklus ist ein Produkt vorhanden, welches ausgeliefert werden kann. Wird dies ausgeliefert, so bekommt das Entwicklungsteam schnell Rückmeldungen über die Nutzbarkeit, Qualität, etc.

Durch den grundlegenden Aufbau von agilen Methoden können Risiken vermieden und früher erkannt werden. Dies macht u.a. agile Methoden so erfolgreich.

Scrum Prozess mit implizitem Risikomanagement
Scrum Prozess mit implizitem Risikomanagement

Was vom Risikomanagement fehlt noch?

In den agilen Methoden wird, wie oben beschrieben, implizit viel für das Risikomanagement getan. Doch es ist ein großer Unterschied, das Risikomanagement explizit zu betreiben. Sich bewusst zu machen, dass es Risiken gibt und jeden dazu anhalten, Risiken zu melden, auch wenn diese noch keine (akuten) Hindernisse sind. Diese Risiken zu bewerten und gegenzusteuern, auch wenn diese noch nicht zu Problemen geworden sind.

Auch schauen die agilen Methoden hauptsächlich auf das Team, welches zusammenarbeitet. Risiken, welche von außen das Team beeinflussen, werden über die oben beschriebenen Bausteine nicht erkannt. Hier sollte beim Risikomanagement im agilen Umfeld ein besonderer Fokus liegen.

 
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